Mittwoch, 20. Januar 2016
Just another mancíc Tuesday
luca humbert, 01:11h
Ein ausgezeichnet beschissener Tag. Das Paradoxe daran ist mir sowohl bewusst als auch gewollt. Das ist das Motto des heutigen Tages. Die Great Lake Swimmers paaren sich mit Norman Mailers Harte Männer tanzen nicht. Manchmal bilden zunächst seltsam wirkende Kombinationen ein perfektes Ganzes. Das kann bei Büchern und Musik so sein oder bei Menschen.
Die meiste Zeit meines Lebens mochte ich Menschen nicht besonders. Irgendwie scheint Ablehnung aber tatsächlich ein „Aphrodisiakum“ zu sein, denn obwohl ich aus meiner Feindseligkeit nie einen Hehl machte (die meisten meiner heutigen Freunde mochten mich auf den ersten Blick entweder nicht oder hatten sogar Angst vor mir), mochten mich doch immer die beliebten Leute. Zu keinem von denen hab ich heute noch Kontakt. Ich würde mich nicht unbedingt asozial oder gar misanthropisch nennen, aber heutzutage hält sich doch echt jeder für etwas Besonderes, möchte sein Potential ausschöpfen, Reisen machen, die noch kein anderer gemacht hat, vielfältig in Interessen und Können sein. Ich kann im Grunde nichts, bin nicht viel gereist, sehe in mir kein bisher unerkanntes Potential. Und doch lege ich eine (sehr private) Arroganz an den Tag, die durch nichts anderes begründet werden kann, als die 20er. Wenn Menschen mir erzählen, was sie alles von der Welt gesehen haben, wen sie getroffen, wie viele Freunde oder welche tolle Veranstaltung sie am Wochenende besucht haben, kann ich zurzeit nur mit einer wachsenden sexuellen Erregung trumpfen, die das Pensum der meisten Leute in meinem Umfeld bei weitem übersteigt – welch ein Armutszeugnis! Aus einer 5-jährigen Beziehung kommend, erforsche ich das SOLO. Und ehrlich gesagt, verstehe ich den Hang zu einem neben einem auf der Couch hockenden, schweigenden Gegenstück nicht mehr ganz. Klar, Beziehungen sind schon toll. Man liegt sich ständig in den Armen, es fliegen Schmetterlinge in den unwahrscheinlichsten anatomischen Gegenden und selbst der langweiligste TV-Sonntag hat seinen Reiz – am Anfang. Was darauf folgt, ist Routine. Nicht zu unterschätzen, sicher. Aber braucht es tatsächlich einen anderen Menschen, um sich ganz fühlen zu können? Ich komme immer mehr zu der Überzeugung (aber traut meiner Verbitterung über vergangene Jahre nicht), dass, wer sich nur mit einem ANDEREN wohl fühlt, sich selbst noch nicht kennt. Ich schaffe es irgendwie nicht auszudrücken, was ich eigentlich sagen möchte. Neuer Versuch: Lässt man mal den ganzen esoterischen Humbug beiseite, liegt doch ein Funke Wahrheit darin, dass man sich selbst leiden können sollte, bevor man das von einem anderen erwarten kann, oder? Ich habe viel Zeit damit zugebracht zu versuchen einen anderen Menschen besser zu verstehen, als mich selbst. Hab zu wenig in mich hinein gehorcht. Und siehe da, heute hab ich mir einiges zu sagen. Zum Beispiel, das ist mein neuester Aufhänger: Wenn die Menschen über das in ihnen liegende Potential reden, sehe ich das Potential des Lebens. Es lässt sich nicht gut abstürzen, wenn man sich aufgefangen fühlt. Und das Aufstehen ist dann auch kein Kampf. Ich möchte nicht so tun, als hätte ich bisher große Abstürze erlebt. Ich erwarte sie aber jeden Tag. Und das kann schon ziemlich scheiße sein. Gestern, zum Beispiel, könnte, was als heldenmäßiger Flirt (das ist eigentlich schon zu viel gesagt) begann, zu einer unerwünschten Vermischung von DNA geführt haben. Schon das zweite Mal innerhalb eines Monats. Das ist zwar nicht unbedingt lustig, aber es zwingt einen über sich selbst nachzudenken.
Worum es mir eigentlich geht, ist der wachsende Eindruck, dass mehr Romantik im Alleinsein liegt, als in der klassischen Romanze. Kaputt zu sein – naja, wer ist das nicht? – hat für die meisten keinen persönlichen Reiz. Man möchte nur möglichst schnell wieder geheilt sein von der Einsamkeit, der Traurigkeit, der Demütigung, überhaupt allein sein zu müssen. Ich hingegen denke: Ich werde aus meiner eigenen Scheiße wiederauferstehen und vielleicht komme ich ja besser zurück, als ich vorher war? Zumindest könnte ich für diese Denkweise Referenzen aufführen.
Die meiste Zeit meines Lebens mochte ich Menschen nicht besonders. Irgendwie scheint Ablehnung aber tatsächlich ein „Aphrodisiakum“ zu sein, denn obwohl ich aus meiner Feindseligkeit nie einen Hehl machte (die meisten meiner heutigen Freunde mochten mich auf den ersten Blick entweder nicht oder hatten sogar Angst vor mir), mochten mich doch immer die beliebten Leute. Zu keinem von denen hab ich heute noch Kontakt. Ich würde mich nicht unbedingt asozial oder gar misanthropisch nennen, aber heutzutage hält sich doch echt jeder für etwas Besonderes, möchte sein Potential ausschöpfen, Reisen machen, die noch kein anderer gemacht hat, vielfältig in Interessen und Können sein. Ich kann im Grunde nichts, bin nicht viel gereist, sehe in mir kein bisher unerkanntes Potential. Und doch lege ich eine (sehr private) Arroganz an den Tag, die durch nichts anderes begründet werden kann, als die 20er. Wenn Menschen mir erzählen, was sie alles von der Welt gesehen haben, wen sie getroffen, wie viele Freunde oder welche tolle Veranstaltung sie am Wochenende besucht haben, kann ich zurzeit nur mit einer wachsenden sexuellen Erregung trumpfen, die das Pensum der meisten Leute in meinem Umfeld bei weitem übersteigt – welch ein Armutszeugnis! Aus einer 5-jährigen Beziehung kommend, erforsche ich das SOLO. Und ehrlich gesagt, verstehe ich den Hang zu einem neben einem auf der Couch hockenden, schweigenden Gegenstück nicht mehr ganz. Klar, Beziehungen sind schon toll. Man liegt sich ständig in den Armen, es fliegen Schmetterlinge in den unwahrscheinlichsten anatomischen Gegenden und selbst der langweiligste TV-Sonntag hat seinen Reiz – am Anfang. Was darauf folgt, ist Routine. Nicht zu unterschätzen, sicher. Aber braucht es tatsächlich einen anderen Menschen, um sich ganz fühlen zu können? Ich komme immer mehr zu der Überzeugung (aber traut meiner Verbitterung über vergangene Jahre nicht), dass, wer sich nur mit einem ANDEREN wohl fühlt, sich selbst noch nicht kennt. Ich schaffe es irgendwie nicht auszudrücken, was ich eigentlich sagen möchte. Neuer Versuch: Lässt man mal den ganzen esoterischen Humbug beiseite, liegt doch ein Funke Wahrheit darin, dass man sich selbst leiden können sollte, bevor man das von einem anderen erwarten kann, oder? Ich habe viel Zeit damit zugebracht zu versuchen einen anderen Menschen besser zu verstehen, als mich selbst. Hab zu wenig in mich hinein gehorcht. Und siehe da, heute hab ich mir einiges zu sagen. Zum Beispiel, das ist mein neuester Aufhänger: Wenn die Menschen über das in ihnen liegende Potential reden, sehe ich das Potential des Lebens. Es lässt sich nicht gut abstürzen, wenn man sich aufgefangen fühlt. Und das Aufstehen ist dann auch kein Kampf. Ich möchte nicht so tun, als hätte ich bisher große Abstürze erlebt. Ich erwarte sie aber jeden Tag. Und das kann schon ziemlich scheiße sein. Gestern, zum Beispiel, könnte, was als heldenmäßiger Flirt (das ist eigentlich schon zu viel gesagt) begann, zu einer unerwünschten Vermischung von DNA geführt haben. Schon das zweite Mal innerhalb eines Monats. Das ist zwar nicht unbedingt lustig, aber es zwingt einen über sich selbst nachzudenken.
Worum es mir eigentlich geht, ist der wachsende Eindruck, dass mehr Romantik im Alleinsein liegt, als in der klassischen Romanze. Kaputt zu sein – naja, wer ist das nicht? – hat für die meisten keinen persönlichen Reiz. Man möchte nur möglichst schnell wieder geheilt sein von der Einsamkeit, der Traurigkeit, der Demütigung, überhaupt allein sein zu müssen. Ich hingegen denke: Ich werde aus meiner eigenen Scheiße wiederauferstehen und vielleicht komme ich ja besser zurück, als ich vorher war? Zumindest könnte ich für diese Denkweise Referenzen aufführen.
... comment